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Tom Ford: Bildbearbeitung ist in Ordnung

Montag, 2. Juni 2014 / 20:01 Uhr
aktualisiert: 23:14 Uhr

Tom Ford (52) findet, dass Models nicht länger «Menschen» sind, wenn sie mit Photoshop bearbeitet wurden.

Tom Ford.

Die Modebranche steht oft in der Kritik, oftmals Bilder heftig zu retuschieren, um das Endergebnis der Aufnahmen zu verschönern. Der amerikanische Designer halte dies aber nicht für eine grosse Sache. «Ich denke nicht, dass die Dinge heutzutage so retuschiert sind. Aber warum sollten die Leute nicht erwarten, dass die Bilder verändert wurden? Bei (Mode-Reklamen) geht es nicht um die Models, es geht um das Bild. Sie ist nicht länger eine Person; sie ist ein Bild. Die Art wie wir reden - 'Sie hat keinen Hals; ihre Beine sind Stummel' - natürlich hat sie einen Hals. Aber das Bild ist keines einer realen Person. Es ist ein idealisiertes Bild», rechtfertigte er sich gegenüber 'WWD'.

«Ich halte es für albern. Da gab es schon immer Retusche; sie ist altbekannt. Man sieht das retuschierte Foto und das Original und sieht nicht, dass es dasselbe Bild ist. In den 50er-Jahren haben sie sie gewiss dünner gemacht. Früher einmal hätte Lauren Hutton einen Extra-Zahn (in ihrer Lücke) gehabt. Heute machen wir das mit Computern. Das ist nichts Neues. Eine Fotografie, die für Werbung genutzt wird, ist nicht länger eine Fotografie einer Person. Es ist ein Image - es ist nicht dafür geschaffen, die exakte Nachbildung einer Person zu sein. Wir reden hier über Mode. Mode handelt davon, einen Traum rüberzubringen.»

Der Amerikaner sprach auch über sein Privatleben und sagte lakonisch, dass er seinen Mann Richard Buckley geheiratet hat, damit ihr gemeinsamer Sohn Alexander kein «Bastard ist». Ihre Hochzeit verkündete er nicht formell, sondern enthüllte die Eheschliessung stattdessen bei einer Gesprächsrunde in einem Apple Store im April. Heute wird der Modestar mit dem CFDA Lifetime Achievement Award ausgezeichnet. Tom gehört zu den Top-Designern der Branche und sogar Superstar Jay-Z (44, 'Encore') widmete ihm einen Song.

Seit sein Sohnemann auf der Welt ist, habe sich aber viel im Leben des Modemachers verändert. «Es hat mich wirklich verändert, ich bin nicht sicher, wie ich das artikulieren kann. Viele Dinge, die mir früher wichtig waren, sind es mir nicht mehr so sehr», enthüllte er. «Es hat meinen Ehrgeiz ein bisschen gezügelt, meine Ambition in dem Business, mein Streben, ein wunderschönes Haus zu haben. Es wurde das Wichtigste in meinem Leben (ein Kind zu haben), alles andere musste zurücktreten, einschliesslich meines Aussehens. Ich kümmere mich nicht darum. Ich kümmere mich nicht darum, erfolgreich zu sein.»

Wie es scheint, geht Tom Ford lieber in seiner Vaterrolle auf.

 

(fest/Cover Media)


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